AC Wiener Unterwelt
Comagena und Tullina trafen „Peter van der Unterwelt“ und besichtigten die Welt unter den Pflastersteinen Wiens.
Über 50 Interessierte warteten am 19. März 2011 beim Treffpunkt vor dem Wiener Stephansdom um sich gemeinsam in die Geheimnisse der Wiener Unterwelt einweihen zu lassen.
Unser Führer „Peter van der Unterwelt“ vom Underground Club Vienna, einem Verein zur Pflege der Unterwelten, erwartete uns bereits mit einer Trommel am Rücken, mit deren Hilfe sich laut seiner Angaben die Ratten vertreiben lassen würden. Nach einem kleinen „Unterweltschnaps“ zur Nervenberuhigung wurde es dann langsam spannend.
Die Virgilkapelle
Die erste Station unserer Führung war die in der U-Bahnstation Stephansplatz gelegene „Virgilkapelle“. Diese Kapelle wurde erst beim Bau der U-Bahnstation wiederentdeckt und mussten deshalb innerhalb von sehr kurzer Zeit alle Baupläne geändert werden. Es gibt Anzeichen dafür, dass diese Kapelle die erste überkonfessionelle „Gebetsstätte“ überhaupt ist.
Wien – eine unterirdische Stadt
Weiter ging es dann in einem Keller in der Tuchlauben. Dort besichtigten wir einen alten „Nazibunker“. Die Nationalsozialisten machten sich das bereits vorhandene Kellernetz Wiens zu Nutzen und bauten es lediglich für ihre Zwecke aus und um. Man konnte unterirdisch von Haus zu Haus gelangen und mussten diese unterirdischen Wege stets frei sein um im Falle eines Fliegeralarms, mit dem das Abschalten aller Lichter einherging, trotzdem so schnell wie möglich in den nächsten Luftschutzbunker zu gelangen. Zu Orientierungszwecken wurden an der Wand Streifen mit einer speziellen Farbe gestrichen, die auch durch künstliches Licht „aufgeladen“ werden konnte. Nach Abschalten sämtlicher Lichter leuchteten diese Streifen. Faszinierend war für uns die Tatsache, dass man auf diesen Streifen mit Hilfe von Taschenlampen sogar Botschaften hinterlassen konnte.
Wie man ohne Kühlschrank kühlt…
Die letzte Station war das zweite Kellergeschoß eines alten „Tonnengewölbekellers“. Ursprünglich gab es dort sieben Untergeschoße, jedoch wurden die darunterliegenden zugeschüttet. In der damaligen Zeit gab es das Sprichwort, dass ein Haus genausoweit in die Erde hineinlangte wie in den Himmel. Vor der Erfindung des Kühlschranks musste man so tief in die Erde graben um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Ins siebente Untergeschoß wurden im Winter Eisplatten gebracht, die ein „Einfrieren“ von Lebensmitteln auch im Sommer ermöglichten.
Sehr schade fanden wir, dass keine Zeit für eine Besichtigung der Kanalisation blieb, alles in allem war es aber ein gelungener AC mit einer wahnsinnig großen Beteiligung.